Uigurische Literatur

Die frühen literarischen Werke waren meist Übersetzungen von buddhistischen und christlich- manichäistischen Religionsbüchern. Forscherexpeditionen brachten später zahlreiche Erzählungen, epische Texte und Poesie ans Licht, die ins Deutsche, Russische, Englische und Türkische übersetzt wurden.  Selbst nach der Islamisierung hielten die Uiguren an ihrer kulturellen Dominanz in Zentralasien fest. Während dieser Epoche machten in aller Welt uigurische Wissenschaftler und Gelehrte von sich reden. Sie schrieben unzählige wertvolle Bücher, von denen 130 später entdeckt und eingehend studiert wurden. Einige der berühmtesten sind „Kutadgu Bilik“ von Yusuf Has Hajip, „Divani Lugat-it Turk“ von Mahmud Kaschgari und Achmed Yukneki „Atabetul Hakayik“. Das 1069 – 1070 von Yusuf Has Hajip geschriebene Werk ist eine einzigartige Quelle des gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Lebens der Uiguren in jener Zeit.

Auch Kaschgaris Buch „Divani Lugat-it Turk“, das ungefähr zur gleichen Zeit veröffentlicht wurde, gibt einen guten Einblick in das Leben der Uiguren dieser Zeit. In dem Werk werden die unterschiedlichen Dialekte der türkstämmigen Völker, gesellschaftliche Entwicklung, Erziehung, Sitten, Gebräuche und Siedlungsgebiete beschrieben. Der Autor dieses enzyklopädischen Nachschlagewerkes durchwanderte die Siedlungsräume aller Turkvölker, erkundete ihre Lebensweisen und sammelte umfassendes Material für sein Werk.

Das Buch „Divani Lugat-it Turk“ ist heut eine der wichtigsten Quellen der Turkologie.