Kurze Geschichte

Kurze Geschichte Ostturkestan in Überblick
Ostturkestan in Überblick
Ostturkestan in Überblick

Ostturkestan, das von den Chinesen als Uigurische Autonome Region Xinjiang bezeichnet wird, liegt im Herzen Asiens. Es liegt an der alten Seidenstraße und war über 2000 Jahre eines der wichtigsten Handelszentren der Welt. Auf diesem Land wurden die großen Zivilisationen begründet, die mit ihren Traditionen, ihren Kulturen und Stärken die Geschichte der Menschen beeinflussten.

Ostturkestan liegt auf einem Gebiet von ca. 1.8 Millionen Quadratkilometern. Die ursprüngliche Größe des Gebietes war nach den offiziellen Angaben 1,82 Millionen Quadratkilometer. Seit der Okkupation des Landes durch die chinesischen Kommunisten im Jahr 1949 gehört das Land zu der VR China.

Ostturkestan grenzt im Nordwesten an Kasachstan, Kirgisien und Tadschikistan; im Nordosten an die Mongolei; im Südwesten an Afghanistan; im Süden an Pakistan, Indien und Tibet und im Osten an China.

Ostturkestan verfügt über eine reiche Geschichte und grandiose Landschaft. Da befinden sich imposante Wüsten, hohe Berge, wunderschöne Weiden und Wälder.

Völker

Ostturkestan ist die Heimat der türkischsprachigen Uiguren und auch anderer Volksgruppen Zentralasiens wie z.B. Kasachen, Kirgisen, Usbeken, Tataren und Tadschiken. Laut letzten Statistiken liegt die Bevölkerungszahl Ostturkestans bei 18,62 Millionen, unter denen die ethnischen Han-Chinesen eine Zahl von 7,49 Millionen Menschen einnehmen. (Laut Statistiken aus dem Jahr 1949 erreichte die Zahl der ethnischen Chinesen nur 200.000 Menschen). Von den dort lebenden Muslimen Völker von etwa 11 Millionen, nehmen die Uiguren mit 8,68 Millionen die Mehrheit ein. Nach Uigurischen Quellen ist die Bevölkerungszahl der Uiguren in Ostturkestan mit etwa 15 und 20 Millionen Menschen zu beziffern.

Zwischen Ostturkestan und China liegt historisch und kulturell gesehen, eine große Barriere. Ostturkestan ist ein Teil Zentralasiens und nicht Chinas. Die eigentlichen Bewohner von Ostturkestan sind keine Chinesen, sondern die Türk Völker Zentralasiens.

Geschichte

Die Aufzeichnungen zeigen, dass die Uiguren eine mehr als 4000 jährige Geschichte in Ostturkestan haben. In Ostturkestan haben die Vorfahren der Uiguren und andere türkischsprachige Völker viele Staaten und Reiche gegründet. Die Uiguren spielten eine der wichtigsten Rollen entlang der legendären Seidenstraße und eine wichtige Rolle im kulturellen Austausch zwischen dem Osten und Westen. Dadurch entwickelten sie ihre einzigartige Kultur und Zivilisation. In der Zeit der alten Geschichte glaubten die Uiguren, wie die anderen türkischsprachigen Stammvölker Mittelasiens, an Schamanismus, Manichäismus und Buddhismus. Vor dem Beginn des ersten Jahrhunderts  n.Ch. bevor die Uiguren sich zum Islam bekannten, war das Territorium Ostturkestans eines der großen Zentren buddhistischer Zivilisation.

Ein enger Kontakt zwischen den anderen Muslimen und Uiguren begann Anfang des 9. Jahrhunderts als der Islam zur offiziellen Religion wurde. Während der Zeit des Karahadin – Reiches wurde die Islamisierung der Uigurischen Öffentlichkeit beschleunigt. Innerhalb der kurzen Zeit wurde Kaschgar zur Hauptstadt des Karahadin Reichs und zu einem der wichtigsten Bildungszentren des Islam. Kunst, Bildungswesen, Musik und Literatur dieses Staates beeinflusste die ganze islamische Kultur der damaligen Zeit. In dieser Zeit wurden hunderte der Uigurischen Wissenschaftler, Künstler und Autoren sehr berühmt. Tausende von wissenschaftlichen Büchern wurden geschrieben. Vor allem erlangten die Bücher von Yusup Has Hajip “Kutadgu Bilig”(1069-1070 n.Ch.) und von Mahmud Kaschgari „Divan-I Lugat-it Turk“(das erste türkisch-arabische Wörterbuch) große Berühmtheit.

Die Invasion der Mandschus

Die Unabhängigkeit des Uigurischen Reiches, das auch als Seyyid Reich oder Yarkent Reich bekannt ist, wurde durch die Invasion der Mandschu Dynastie im Jahre 1759 zerstört und das Territorium von Ostturkestan wurde von Mandschu Reich annektiert. Die Mandschu Herrschaft dauerte in Ostturkestan von 1759 bis 1862. Während dieser Zeit haben die Uiguren und andere Völker Ostturkestans viele Aufstände und Freiheitsbewegungen gegen die fremde Herrschaft unternommen. Sie haben 42 große und kleine Aufstände organisiert, um ihre Unabhängigkeit wieder zu gewinnen. Endlich war die Mandschu Herrschaft besiegt und im Jahre 1864 wurde ein neuer Uigurischer Staat „Yetteshahar“ gegründet. Jedoch die Unabhängigkeit dieses Staates dauerte nicht lange. Das Mandschu Reich kam nach Ostturkestan wieder mit einer großen Armee im Jahre 1876 zurück. Nach acht Jahren eines blutigen Krieges hat das Mandschu Reich am 18. November 1884 das Territorium Ostturkestan ganz erobert und der Name „Xinjiang“( was bedeutet „das neue Territorium“) zur ihrer neuen Provinz erklären.

Chinesische Herrschaft in Ostturkestan

In 1911 überwältigen die chinesischen Nationalisten die Mandschu Regentschaft und gründeten eine Republik. Auf dem Territorium Ostturkestans herrschten, wie in den letzten Jahren des Mandschu Reichs, die ethnisch chinesischen  Gouverneure. Die Zentralregierung Chinas hatte wenig Macht und Einfluss in Ostturkestan. Die Uiguren versuchten mehrmals die fremde Herrschaft aus Ostturkestan zu vertreiben. Dies gelang zweimal und zwar im Jahre 1933 (Islamische Republik Ostturkestan) und im Jahre 1944 (Republik von Ostturkestan). Jedoch der Aufbau der Unabhängigkeit Ostturkestans wurde durch militärische Invasionen und politische Intrigen der Sowjet Union verhindert.

Im Oktober 1949 marschierten die Truppen der chinesischen Volksarmee nach Ostturkestan und zerstörten endgültig die Ostturkestanische Republik. Die chinesischen Kommunisten gaben dem Gebiet den Namen „Uigurische Autonome Region Xinjiang“ und gliederten es der VR China ein.

Die Herrschaft der chinesischen Kommunisten in Ostturkestan kann als das dunkelste Kapitel in der gesamten Geschichte der Uiguren und Ostturkestans betrachtet werden. Unter den gegenwärtigen Bedingungen steht die Existenz der Uigurischen Nation unter der Bedrohung gänzlicher Vernichtung. Die chinesische kommunistische Regierung hat vernichtende Maßnahmen gegen Uiguren und andere Minderheiten  Ostturkestans ergriffen, um die dauerhafte Besetzung des Landes zu sichern. Trotz aller brutalen und zerstörerischen Kampagnen der chinesischen Regierung gegen die kulturelle Identität und Existenz der Uiguren, wehren sich die Uiguren und andere Minderheiten von Ostturkestan dagegen von China beherrscht zu werden und setzen den Wiederstand gegen die chinesische Herrschaft in der Tradition ihrer Vorfahren fort.

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Yearning for a Republic Erased from the Map
By Nabijan Tursun